Bockbier

Bockbier ist ein Starkbier mit mindestens 16,0 Grad Stammwürze — und damit deutlich kräftiger als ein Standard-Pilsner (rund 11–12 Grad). Der Alkoholgehalt liegt typischerweise zwischen 6,5 und 7,5 Prozent, oft mehr. Die Variante Doppelbock geht noch eine Schippe drauf und beginnt erst ab 18 Grad Stammwürze.

Herkunft: Einbeck und München

Der Name "Bock" ist eine Verballhornung von "Einbeck" — einer niedersächsischen Stadt, die im 14. und 15. Jahrhundert für ihre besonders haltbaren Starkbiere bekannt war. Diese ließen sich auch über lange Strecken transportieren, ohne zu verderben. Die bayerischen Herzöge, allen voran Maximilian I., importierten Einbecker Bier, fanden es so gut, dass sie es schließlich in München selbst brauen ließen — mit eigenem bayerischen Slang. Aus "Einbecker" wurde "Ainpöckisch", aus "Ainpöckisch" wurde "Bock".

Stilvarianten

  • Heller Bock: heller, malzig-süß, oft im Mai als "Maibock" oder "Heller Bock" gebraut
  • Dunkler Bock: dunkel, röstmalzbetont, mit Karamellnoten
  • Doppelbock: Verstärkung — siehe Doppelbock
  • Eisbock: Bock, dem durch Gefrieren Wasser entzogen wurde — extrem konzentriert
  • Weizenbock: Mischform mit Weizenmalz, fruchtiger Charakter

Klosterbier und das "flüssige Brot"

Im Klosterbier-Kontext spielt das Bockbier eine zentrale Rolle. Während der Fastenzeit durften Mönche keine feste Nahrung zu sich nehmen, aber flüssige war erlaubt. Sie brauten daher besonders nahrhafte, dunkle Doppelböcke — das berühmte "flüssige Brot". Die Paulaner-Mönche in München sind bis heute mit ihrer Marke "Salvator" eines der bekanntesten Beispiele dieser Tradition.

Verwandte Begriffe


← Zurück zum Lexikon