Karl Kraus (1874–1936) war ein österreichischer Publizist, Aphoristiker, Lyriker und Satiriker — ein Solitär in der österreichischen und deutschsprachigen Literatur. Geboren in Jičín (Böhmen), lebte und schrieb in Wien.
Werk
Kraus war Herausgeber der Fackel (1899–1936), einer Zeitschrift, die er zunehmend allein verfasste. Sein Werk: Sprachkritik, Polemik gegen Phrase und Lüge der Wiener Presse, scharfe Aphorismen, das große Drama Die letzten Tage der Menschheit (1922) — eine Abrechnung mit dem Ersten Weltkrieg.
Charakteristisch: Kraus schrieb gegen die „Sprachverhunzung" — er sah in jeder unsauberen Formulierung den Anfang einer unsauberen Tat. Seine Aphorismen sind oft chirurgisch präzise: „Behandle die Menschen so, als wären sie, was sie sein wollten — und sie werden es."
Trinken bei Kraus
Bier oder Wein erscheinen bei Kraus selten als Motiv — er war kein Genussautor. Sein Schreibplatz war das Wiener Café, der Ort der intellektuellen Auseinandersetzung; das Getränk dort war Nebensache. Was Kraus auf Dichterbier-Etiketten gut macht: seine kurzen, geschliffenen Aphorismen, die in einer Zeile mehr sagen, als andere in einem Absatz.
Wirkung
Kraus war prägend für eine Generation von Schriftstellern und Denkern — von Ludwig Wittgenstein über Walter Benjamin bis Elias Canetti. Seine Sprachkritik bleibt einflussreich.
Verwandte Begriffe
- Wittgenstein — der philosophische Schüler im sprachkritischen Denken
- Tucholsky — der Berliner Cousin in Polemik und Gegenwartsdiagnose
Im Magazin
Bier-Zitate berühmter Autoren — Goethe bis Bukowski · Sprüche von Karl Kraus auf Dichterbier-Etiketten