Hopfen (Humulus lupulus) ist eine der vier Zutaten des Bieres nach dem Reinheitsgebot — eine Pflanze, deren Dolden (die weiblichen Blüten) seit dem 9. Jahrhundert dem Bier seine Bitterkeit, sein Aroma und natürliche Haltbarkeit geben.
Was der Hopfen kann
Hopfen erfüllt im Bier mehrere Aufgaben:
- Bitterkeit: die Alpha-Säuren im Hopfen geben dem Bier seinen bitteren Charakter und balancieren die Süße des Malzes
- Aroma: ätherische Öle bringen Aromen — von blumig über grasig zu fruchtig
- Konservierung: Hopfen wirkt natürlich antibakteriell und verlängert die Haltbarkeit des Bieres
- Schaumstabilisierung: Hopfen-Inhaltsstoffe stabilisieren die typische Bier-Schaumkrone
Klassische deutsche Hopfensorten
Im deutschen Pilsner-Bereich dominieren drei Edelhopfen-Sorten:
- Saazer Hopfen (aus Žatec, Tschechien): die Klassik, würzig, zurückhaltend, fein
- Hallertauer (Bayern): blumig, mild, leicht erdig
- Tettnanger (Bodensee): elegant, würzig, sehr fein
Diese drei Sorten finden sich in den meisten deutschen Pilsner-Rezepten — auch im Dichterbier-Pils. Daneben gibt es Spalter (Mittelfranken), Spalter Select, Hersbrucker und einige andere.
Anbaugebiete
Das größte Hopfen-Anbaugebiet der Welt liegt in der Hallertau in Bayern (Hauptort: Wolnzach). Daneben sind die Tschechische Republik (Saaz), die USA (Yakima Valley, Pacific Northwest) und das südliche England wichtige Anbaugebiete. Das Klima muss gemäßigt-feucht sein — der Hopfen liebt lange Sommertage, kühle Nächte und tiefen Boden.
Hopfen in der Biervielfalt
Während ein klassisches Pilsner zurückhaltend hopfigt, hat das amerikanische IPA seinen Siegeszug der letzten Jahrzehnte vor allem dem Hopfen zu verdanken. Sorten wie Citra, Mosaic, Simcoe und Cascade bringen tropische Frucht-Aromen ins Bier — eine kleine Revolution, die das Bild von Bier weltweit verändert hat.
Verwandte Begriffe
- Saazer Hopfen — der klassische Pilsner-Hopfen
- Pilsner — wo Hopfen die Hauptrolle spielt
- Malz — der süße Gegenspieler
- Reinheitsgebot — die rechtliche Grundlage