Hölderlin, Friedrich

Friedrich Hölderlin (1770–1843) war ein deutscher Dichter — eine Schlüsselfigur zwischen Klassik und Romantik, lange unterschätzt, im 20. Jahrhundert (durch Heidegger und andere) als zentrale Stimme der deutschen Lyrik wiederentdeckt.

Werk

Hölderlins Hauptwerke sind seine Hymnen und Oden — „Brot und Wein", „Patmos", „Andenken", „Der Rhein", „Hyperion oder Der Eremit in Griechenland" (Briefroman, 1797–99). Charakteristisch: pindarische Strophen, mythologische Bilder, eine Sprache an der Grenze des Ausdrückbaren.

Seine berühmteste Zeile: „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch" (aus „Patmos", 1803). Eine der meistzitierten Stellen der deutschen Lyrik überhaupt.

Trinken bei Hölderlin

In „Brot und Wein" — einer der bekanntesten Elegien Hölderlins — ist der Wein das zentrale Sakrament der antiken Götterwelt. Bier kommt bei Hölderlin nicht direkt vor, aber das Hymnische des Trinkens — die Trauer um die abgewanderten Götter — überträgt sich auf jede Trinkszene, die nicht nur Trinkszene sein will.

Tübinger Turm

Ab 1806 lebte Hölderlin bis zu seinem Tod 1843 in geistiger Umnachtung im Tübinger Turm bei Schreiner Zimmer. Diese Phase produzierte späte Gedichte unter dem Pseudonym „Scardanelli" — verstörende, einfache, gleichzeitig hellsichtige Verse.

Wirkung

Hölderlin gilt heute als einer der größten deutschen Lyriker. Seine Sprache hat Heidegger, Celan, die deutsche Lyrik der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts geprägt.

Verwandte Begriffe

  • Goethe — der Klassiker derselben Generation
  • Schiller — sein Tübinger Stiftskollege

Im Magazin

Bier-Zitate berühmter Autoren — Goethe bis Bukowski · Sprüche von Hölderlin auf Dichterbier-Etiketten


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