Goethe, Johann Wolfgang von

Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) war ein deutscher Dichter, Romancier, Dramatiker und Naturforscher — der vielleicht universellste Geist der deutschen Literatur. Geboren in Frankfurt am Main, lebte er ab 1775 bis zu seinem Tod in Weimar.

Werk

Goethes Werk umfasst Lyrik (Heidenröslein, Erlkönig, das West-östliche Diwan), Romane (Die Leiden des jungen Werther, Wilhelm Meister, Wahlverwandtschaften), Dramen (Götz von Berlichingen, Iphigenie auf Tauris, Faust), naturwissenschaftliche Schriften (Farbenlehre, Schriften zur Botanik) und tausende Briefe. Mit Friedrich Schiller bildete er das Dichterpaar der Weimarer Klassik.

Wein, nicht Bier

Goethe war zeitlebens lieber bei einem Glas Wein zu finden — der Würzburger Frankenwein war sein Lieblingsgetränk, von dem er angeblich täglich zwei bis drei Liter trank. In Briefen lobte er den Wein wiederholt; das Bier dagegen kam für ihn eher als Kulisse vor.

Bier in Goethes Werk

Die berühmteste Bier-Stelle bei Goethe ist die Szene in Auerbachs Keller im Faust I. Mephistopheles und Faust besuchen das Leipziger Bierlokal, in dem Studenten trinken und Trinklieder singen. Mephisto zaubert dann auf den Tisch — interessanterweise gerade Wein, nicht Bier. Die Szene ist eine kleine Pointe Goethes über das Verhältnis der beiden Getränke: das Bier ist der Alltag, der Wein die Inszenierung.

In Faust I gibt es auch einen oft zitierten Vers über Bier und Tabak: "Ein starkes Bier, ein beizender Tobak und eine Magd in Putz, das ist mein Geschmack" — gesprochen vom Studenten Frosch in Auerbachs Keller. Es ist eines der wenigen Goethe-Originalzitate über Bier, und es ist ironisch.

In einem Brief an Susanna Katharina von Klettenberg (1770) erwähnt Goethe das Merseburger Bitterbier: "Das erstemal schauert man, und hat man's eine Woche getrunken, kann man's nicht mehr lassen."

Verwandte Begriffe

Im Magazin

Bier und Literatur — Eine Liebesgeschichte über 4000 Jahre


← Zurück zum Lexikon