Friedrich Schiller (1759–1805) war ein deutscher Dichter, Dramatiker und Historiker — neben Goethe die zweite Hauptfigur der Weimarer Klassik. Trotz seines kurzen Lebens hinterließ er ein umfangreiches Werk, das Generationen von Schüler:innen geprägt hat.
Werk
Schillers Werk umfasst Lyrik (das Lied von der Glocke, An die Freude — Ludwig van Beethoven vertonte es zu der Hymne, die heute Europa-Hymne ist), Dramen (Die Räuber, Kabale und Liebe, Don Carlos, Wallenstein-Trilogie, Maria Stuart, Wilhelm Tell) und historische Schriften (Geschichte des Dreißigjährigen Krieges).
Die Anekdote von den faulen Äpfeln
Eine der bekanntesten Anekdoten der deutschen Literaturgeschichte: in Schillers Schreibstube waren die Schubladen voll mit faulen Äpfeln. Der Geruch sei ihm angenehm und für die Arbeit nötig, berichtete seine Frau Charlotte. Goethe — als er Schiller einmal besuchte — wurde von dem Gestank fast ohnmächtig.
Die Anekdote ist nachzulesen in **Eckermanns Gesprächen mit Goethe** (Eintrag vom 7. Oktober 1827). Goethe selbst erzählt sie dort als Beispiel für die Eigenheiten seines Freundes und gibt zu, dass ihn der Geruch zu einer Übelkeit veranlasste, "die so weit ging, daß ich einer Ohnmacht nahe war".
Die Anekdote ist seit zwei Jahrhunderten ein fester Bestandteil des Schiller-Bildes — und zeigt: was für den einen Inspiration ist, dreht dem anderen den Magen um. Mythos und Mensch zusammen.
Pragmatisch zum Schreiben
Schiller war zeitlebens gesundheitlich angeschlagen — er litt an Tuberkulose, die ihn schließlich mit 45 Jahren das Leben kostete. Beim Schreiben half er sich mit allem, was er für hilfreich hielt: Tabak, faule Äpfel, oft auch Bier oder Wein in Maßen. Sein Verhältnis zu Genussmitteln war pragmatisch, nicht romantisch — was hilft, ist erlaubt.
Verwandte Begriffe
- Goethe, Johann Wolfgang von — sein Klassik-Partner
- Wallenstein — sein wichtigstes historisches Drama
- Heine, Heinrich — die jüngere Generation
Im Magazin
Bier und Literatur — Eine Liebesgeschichte über 4000 Jahre