Lichtenberg, Georg Christoph

Georg Christoph Lichtenberg (1742–1799) war ein deutscher Aphoristiker, Mathematiker und Experimentalphysiker — eine der schärfsten Stimmen der deutschen Aufklärung. Er lehrte in Göttingen, wo er sein gesamtes wissenschaftliches und literarisches Werk verfasste.

Werk

Lichtenbergs literarisches Hauptwerk sind die Sudelbücher — Notizbücher, die er ein Leben lang führte und in denen er Beobachtungen, Aphorismen, Kritiken und Selbstreflexionen festhielt. Sie wurden postum veröffentlicht (1800–1806) und gelten heute als eines der bedeutendsten Aphoristik-Werke der Weltliteratur.

Charakteristisch: Lichtenberg verbindet trockenen Witz mit empirischer Schärfe. Eines seiner berühmtesten Aphorismen: „Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen: es muss anders werden, wenn es gut werden soll."

Trinken bei Lichtenberg

Bier kommt in den Sudelbüchern gelegentlich vor — als Stoff der bürgerlichen Geselligkeit, aber auch als Anlass für scharfe Beobachtungen über das Trinken. Lichtenberg trank selbst (Briefe deuten auf moderaten Bierkonsum, manchmal Wein); was ihn interessiert, ist nicht das Trinken selbst, sondern die menschliche Komik, die sich daraus ergibt.

Auf einem Dichterbier-Etikett ist Lichtenberg eine seltene Verbindung von Aufklärung und Bierseligkeit — ein Aphorismus, der das Glas in der Hand erträglich macht.

Wirkung

Lichtenberg gilt als Begründer der deutschen Aphoristik. Sein Werk hat Schopenhauer, Nietzsche, Wittgenstein und die moderne Essayistik geprägt. Albert Einstein nannte die Sudelbücher „das schönste Buch der Welt".

Verwandte Begriffe

  • Goethe — sein Zeitgenosse, mit dem er korrespondierte
  • Karl Kraus — der spätere Aphoristiker derselben Schärfe

Im Magazin

Bier-Zitate berühmter Autoren — Goethe bis Bukowski · Sprüche von Lichtenberg auf Dichterbier-Etiketten


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