Charles Bukowski (1920–1994) war ein amerikanischer Dichter und Romancier, aufgewachsen in Los Angeles. Seine Werke (Post Office, Factotum, Hollywood, Women) sind direkt, schmutzig, oft komisch — und fast immer mit Bier in der Hand geschrieben.
Leben und Werk
Bukowski arbeitete jahrelang als Briefträger und in anderen Aushilfsjobs, bevor er Mitte 30 anfing, regelmäßig zu publizieren. Seine literarischen Vorbilder: John Fante, Knut Hamsun, Fjodor Dostojewski. Sein Stil: lakonisch, ungeschönt, oft im Diktiergerät-Tempo. Die meisten seiner Romane lesen sich wie das, was sie sind — autobiografische Skizzen aus heruntergekommenen Bars, Pferderennbahnen, Mietzimmern.
Bier als literarisches Material
Bukowski hat das Bier endgültig in die Hochliteratur eingelassen, ohne es zu romantisieren. Wo Hemingway noch Stilfragen stellte ("Whisky oder Bier? Was lässt die Hand zittern?"), hat Bukowski auf solche Fragen verzichtet. Er trank, was da war, und schrieb darüber. Seine berühmten Sätze über das Trinken — "I drink to live and to write" oder "Beer is a slow road" — sind keine Schlaglichter, sondern Programm.
In den Romanen Post Office (1971) und Factotum (1975) ist das Bier kein Symbol, sondern Grundwasser. Es fließt durch die Erzählung, prägt den Rhythmus der Sätze, bestimmt die Tageseinteilung der Figuren. Was Bukowski den Leser:innen mitgibt, ist eine Direktheit, die in der amerikanischen Literatur ihresgleichen sucht.
Wirkung
Auf die Beat-Generation folgte Bukowski als ihr stilistischer Erbe. Wo Kerouac noch jazzartig improvisierte, war Bukowski karger, härter, gleichzeitig komischer. Seine Wirkung auf spätere Generationen — von Tom Waits über Hubert Selby Jr. bis zur deutschen Pop-Lyrik der 1990er — ist kaum zu überschätzen.
Verwandte Begriffe
- Beat-Generation — der ältere Bruder
- Kerouac, Jack — der jazzige Vorläufer
- Hemingway, Ernest — der disziplinierte Trinker
Im Magazin
Bier und Literatur — Eine Liebesgeschichte über 4000 Jahre