Hemingway, Ernest

Ernest Hemingway (1899–1961) war ein amerikanischer Schriftsteller und Journalist, einer der wichtigsten Autoren des 20. Jahrhunderts. 1954 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.

Werk

Hemingways Romane und Erzählungen — Fiesta (The Sun Also Rises), Wem die Stunde schlägt, Der alte Mann und das Meer, Tod im Nachmittag, die Pariser Erinnerungen Paris — ein Fest fürs Leben — sind durchzogen von einer lakonischen, ungeschönten Erzählweise, die als "iceberg theory" bekannt wurde: das meiste an einer Geschichte bleibt unter der Oberfläche, der Text zeigt nur die Spitze.

Bier in Hemingways Werk

Hemingway war Trinker mit Methode — und sein Werk ist voller Bars, Cafés und Schlucke, die Figuren lebendig halten. In Fiesta zittern Lady Bretts Hände vor Cocktails, Jake Barnes trinkt sich durch Pamplona. In Paris — ein Fest fürs Leben erinnert sich Hemingway an die Pariser Cafés, die Brasserie Lipp, die Café-Stunden mit Gertrude Stein und James Joyce. In den Reisetexten kommen deutsche Pilsner-Erinnerungen vor — er war zeitlebens ein Liebhaber gut gekühlter, klarer Lager.

Hemingway hat sein Trinken nicht romantisiert, aber auch nicht versteckt. Es war Teil des Schreibens, ein Werkzeug wie der Bleistift, mit dem er morgens stehend arbeitete. Die berühmt gewordene Anekdote — er habe morgens nüchtern geschrieben und nachmittags getrunken — ist umstritten, aber stilbildend.

Stil und Wirkung

Hemingways nüchterner, knapper Stil war eine bewusste Abkehr von der ausschweifenden Prosa des 19. Jahrhunderts. "Schreib einen wahren Satz" lautete seine Maxime. Der Einfluss auf die Beat-Generation, auf Bukowski, auf die ganze nachfolgende amerikanische Literatur ist kaum zu überschätzen.

Was Hemingway den Bier-Trinkenden hinterlässt, ist die Erkenntnis: Bier ist nicht "gegen das Schreiben", es ist Teil des Schreibens. Aber nur, wenn man weiß, was man tut.

Verwandte Begriffe

Im Magazin

Bier und Literatur — Eine Liebesgeschichte über 4000 Jahre


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